Checkliste für die Begutachtung zum Pflegegrad
Kurz gesagt
Legen Sie vor dem Termin das Terminschreiben, Ausweis, Versichertenkarte, Arztberichte, Medikamentenplan, Hilfsmittelübersicht und ein Pflegetagebuch bereit. Entscheidend ist, dass eine Person anwesend ist, die den Alltag kennt.
Diese Unterlagen gehören zum Begutachtungstermin
Der Medizinische Dienst prüft bei der Begutachtung, wie selbstständig die antragstellende Person im Alltag ist. Unterlagen helfen, das Bild vollständig zu machen. Sie ersetzen den Besuch aber nicht. Die folgende Liste können Sie ausdrucken und abhaken.
| Unterlage | Wozu sie dient | Bereit? |
|---|---|---|
| Terminschreiben des Medizinischen Dienstes | Nachweis des Termins, enthält die Angaben zum Ablauf | ☐ |
| Personalausweis oder Reisepass | Identität der antragstellenden Person | ☐ |
| Versichertenkarte | Zuordnung zur Pflegekasse | ☐ |
| Aktuelle Arztberichte, Entlassbriefe, Befunde | Dokumentation der gesundheitlichen Situation | ☐ |
| Aktueller Medikamentenplan | Überblick über die Medikation | ☐ |
| Liste der Hilfsmittel (Rollator, Gehstock, Hörgerät, Inkontinenzmaterial) | Zeigt, wo schon Unterstützung nötig ist | ☐ |
| Pflegetagebuch | Konkrete Beispiele aus dem Alltag | ☐ |
| Bisherige Pflegegutachten und Bescheide | Vergleich bei Wiederholung oder Höherstufung | ☐ |
| Vollmacht oder Betreuungsausweis, falls vorhanden | Nachweis der Vertretungsbefugnis | ☐ |
Wenn bereits Pflegedienst, Tagespflege oder andere Hilfen eingebunden sind, können Pflegedokumentation oder Leistungsnachweise ergänzend nützlich sein.
So bereiten Sie den Besuch inhaltlich vor
Die Begutachtung findet in der Regel in der Wohnung statt. Die gutachtende Person fragt nach der Selbstständigkeit in sechs Bereichen. Gehen Sie diese vorab gedanklich durch und notieren Sie konkrete Situationen, nicht Diagnosen.
| Bereich | Typische Fragen zum Alltag |
|---|---|
| Mobilität | Aufstehen, Gehen in der Wohnung, Treppen, Positionswechsel im Bett |
| Kognition und Kommunikation | Orientierung, Erinnern, Gespräche folgen, Risiken erkennen |
| Verhaltensweisen und psychische Problemlagen | Unruhe, Ängste, nächtliche Unruhe, Abwehr von Hilfe |
| Selbstversorgung | Waschen, Anziehen, Essen, Trinken, Toilettengang |
| Krankheitsbedingte Anforderungen | Medikamente, Verbandswechsel, Messungen, Arztbesuche |
| Alltagsgestaltung und soziale Kontakte | Tagesstruktur, Beschäftigung, Kontakte pflegen |
Wie die Bereiche gewichtet werden und wie sich daraus Punkte ergeben, erklärt die Seite zur Begutachtung. Mit dem Pflegegrad-Rechner können Sie eine grobe Orientierung gewinnen, die keine Vorhersage des Ergebnisses ist.
Am Tag des Termins
Der Pflegegrad hängt nicht vom Diagnosenamen ab, sondern davon, was im Alltag nicht mehr allein gelingt. Das gilt auch für Erkrankungen, die auf dem Papier schwer wirken, aber wenig Hilfe im Alltag erfordern, und umgekehrt.
- Sorgen Sie dafür, dass eine Person dabei ist, die die Pflege täglich kennt.
- Schildern Sie den Alltag, wie er an einem schlechten Tag verläuft, nicht nur, wie es am Termin gerade geht.
- Zeigen Sie auf Nachfrage, wie Handgriffe tatsächlich ablaufen, etwa beim Aufstehen oder Anziehen.
- Nennen Sie auch nächtliche Hilfe und Aufsicht.
- Lassen Sie die antragstellende Person nicht alles beschönigen. Das Gespräch soll den tatsächlichen Hilfebedarf abbilden.
Diese Seite ist eine allgemeine Orientierung. Sie ersetzt weder die Begutachtung noch eine Beratung durch die Pflegekasse oder eine Pflegeberatung. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht zusichern.
Was nach dem Termin zu tun ist
Das Gutachten geht an die Pflegekasse, die den Bescheid erstellt. Prüfen Sie den Bescheid sorgfältig: Stimmt der festgestellte Hilfebedarf mit dem Alltag überein? Bei Abweichungen kommen der Widerspruch oder später eine Höherstufung infrage. Die Kasse muss Ihnen auf Wunsch das Gutachten zur Verfügung stellen, das Sie dafür brauchen.
Wurde ein Pflegegrad festgestellt, lohnt der Blick auf die Leistungen der Pflegekasse, etwa Pflegegeld oder den Entlastungsbetrag von 131 € im Monat.
Starten Sie jetzt mit dem Pflegetagebuch und führen Sie es bis zum Termin: Pflegetagebuch-Vorlage öffnen.
Häufige Fragen
Welche Unterlagen brauche ich für die Begutachtung?
Terminschreiben, Ausweis, Versichertenkarte, aktuelle Arztberichte, Medikamentenplan und eine Übersicht der Hilfsmittel. Ein Pflegetagebuch und frühere Gutachten sind zusätzlich hilfreich.
Muss ich mich auf den Besuch des Medizinischen Dienstes vorbereiten?
Verpflichtend ist das nicht. Sinnvoll ist es trotzdem, den Alltag zu den sechs Bereichen zu schildern und konkrete Beispiele bereitzuhalten.
Darf eine Begleitperson beim Termin dabei sein?
Ja, es ist sogar ratsam, dass eine Person anwesend ist, die den Pflegealltag kennt. Sie kann ergänzen, was die antragstellende Person nicht oder anders darstellt.
Reichen Diagnosen, um einen Pflegegrad zu bekommen?
Nein. Maßgeblich ist, wie selbstständig die Person im Alltag in den sechs Modulen ist, nicht die Diagnose an sich.
Quellen
- Sozialgesetzbuch XI — Soziale Pflegeversicherung — Rechtsgrundlage aller Leistungen und ihrer Beträge.
Beträge geprüft am 2. November 2026. Maßgeblich ist immer der Bescheid Ihrer Pflegekasse.
Nächste Schritte
- Pflegetagebuch führen
Halten Sie den Hilfebedarf im Alltag konkret fest, damit Sie beim Termin Beispiele nennen können.
Zur Vorlage → - Ablauf der Begutachtung kennen
Lesen Sie, wie der Medizinische Dienst vorgeht und wie die Module zusammenspielen.
Ablauf ansehen → - Bescheid prüfen
Stimmt das Ergebnis nicht mit dem Alltag überein, informieren Sie sich über den Widerspruch.
Widerspruch verstehen →